#ifwv 008
Übernimm Verantwortung!

Verantwortung!
Keiner mag sie.
Jeder drückt sich vor ihr.
Aber, ist das tatsächlich so?
Nicht wirklich.
So empfinden wir nur, wenn wir uns noch nicht damit auseinander gesetzt haben.
Weltveränderer wissen es besser! 🙂


Verantwortung! Ein großes Wort. Und in den meisten Fällen assoziieren wir nicht gerade die schönsten und ergreifendsten Momente unseres Lebens damit. In der Regel kommen uns bei diesem Wort eher Assoziationen mit Fehlern, Versagen und Konsequenzen in den Sinn.
Doch das muss nicht sein. Wenn wir lernen, was es wirklich bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und erkennen, welchen großen Nutzen wir daraus ziehen können, leisten wir uns selbst und damit letztlich der Gesellschaft und der Welt einen sehr großen Dienst.

Sich vor der Verantwortung drücken

Warum fällt es so vielen von uns nur all zu oft so schwer, Verantwortung zu übernehmen? Warum verbinden wir Verantwortung unbewusst sofort mit Gefühlen von Versagen, Fehlern oder Strafe?

Ist dieser Bereich tatsächlich so schlimm und angsteinflößend, dass wir alles in unserer Macht stehende tun, um ihr möglichst aus dem Weg zu gehen? Oder kann es sein, dass wir ein völlig falsches Bild davon haben, was es bedeutet, die Verantwortung für sich, seine Handlungen und sein Leben zu übernehmen? Kann es sein, dass wir sehr viel mehr Positives in unser Leben ziehen können, wenn wir damit aufhören, jegliche Verantwortung von uns zu weisen und peinlichst darauf bedacht sind, für nichts verantwortlich gemacht zu werden?

Das wollen wir uns jetzt etwas genauer anschauen und feststellen, was es genau bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Überlegen wir uns, wie sich unser Leben gegebenenfalls in eine neue Richtung bewegen kann, wenn wir die Mechanismen verstehen, die sich hinter unserer Abneigung gegenüber der Verantwortung verbergen.

Alles, bloß das nicht

Damit wir ein halbwegs vernünftiges Verständnis für diese Zusammenhänge erlangen können, überlegen wir uns zunächst einmal, warum wir in der Regel alles tun, um der Verantwortung aus dem Weg zu gehen. Gründe dafür gibt es sicher viele, vergegenwärtigen wir uns hier zunächst einmal nur die Gängigsten.

Wir weisen Verantwortung weit von uns wegen einem oder mehrerer dieser Gründe:

  • die Angst zu scheitern
  • die Angst, den Anforderungen nicht zu genügen
  • die Angst vor negativen Konsequenzen
  • die Angst, das Ansehen bei Anderen zu verlieren
  • die Angst davor, dass andere einen Nachteil aus unseren Handlungen haben
  • die Angst vor Selbstvorwürfen, wenn etwas schief geht

Diese Aufzählung ließe sich sicher noch sehr viel weiter ausbauen und Dir fallen vielleicht auch noch einige Gründe ein, weshalb Du im Speziellen oft einen großen Bogen um alles machst, was auch nur annähernd nach Verantwortung aussieht.

Was hier aber besonders ins Auge sticht, scheint ein zentrales Thema zu sein, das uns in vielen Fällen daran hindert, Verantwortung zu übernehmen – und das ist Angst. Die Grundlage also, warum die Verantwortung einen so schlechten Ruf genießt, ist schlicht und ergreifend die Angst vor den Auswirkungen oder Konsequenzen, wenn wir dieselbe übernehmen.

Doch das ist (wie wir noch sehen werden) in den meisten Fällen ein Irrglaube. Oder anders ausgedrückt, in den aller meisten Fällen sind die Auswirkungen oder Konsequenzen, vor denen wir Angst haben, bei weitem nicht so schlimm, wie wir zunächst befürchten. Oft sind sie sogar positiv und es überrascht uns, welche Reaktionen wir ernten, obwohl wir uns schon auf Schimpf und Schande eingestellt haben.

Hä? War das jetzt ein wenig unverständlich, oder gar unglaubwürdig? Macht nichts. Lassen wir das einfach so stehen und überlegen uns, warum es so enorm wichtig ist, die eigene Verantwortung ernst zu nehmen und sich nicht davor zu drücken.

Die Wichtigkeit der Verantwortung

Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen Verantwortung und Schuld. Also, eigentlich nicht wirklich, aber in unserem Alltag und in unserem üblichen Verständnis hängt das nur all zu oft untrennbar miteinander zusammen. Jedenfalls ist es meist so, dass wir die Verantwortung möglichst von uns weisen, da andernfalls ja auch die Schuld an uns haften würde, wenn etwas schief gelaufen ist. Und bekanntlich will keiner schuld an irgendetwas sein. Ist ja auch verständlich.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

Appius Claudius Caesus

Doch dabei gibt es leider ein kleines Problem. Es ist ganz schlecht, wenn Du für alles Unglück und alle Fehlschläge, die Dir Dein Leben so um die Ohren haut, andere verantwortlich machst. Denn:
Wem Du die Schuld gibst, gibst Du die Macht!

Das bedeutet nichts anderes, als dass wir uns selbst ohnmächtig machen. Wir können doch nichts dafür. Ein anderer ist verantwortlich. Die Anderen sind schuld. Und wenn andere verantwortlich sind und wir doch gar nichts dafür können, sind wir machtlos. Wir geben die Macht nach außen ab und sind somit Spielbälle von anderen.

Aber wollen wir das denn? Möchten wir wirklich herum geschubst werden und keine Möglichkeit haben, unser Leben selbst im Griff zu haben und unseren Weg selbst zu bestimmen? Das glaube ich eher nicht, oder siehst Du das anders?

Schuld = Macht

Jetzt wissen wir also, dass wir die Verantwortung (beziehungsweise Schuld) nicht auf andere abschieben dürfen, wenn wir ein selbstbestimmtes und freies Leben führen wollen. Frei können wir aber nur sein, wenn wir uns nicht nur für unsere Stärken, Erfolge und tollen Leistungen feiern lassen. Ebenso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, ist es, auch für die eigenen Schwächen, Fehler und unser Versagen einzustehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Nur so sind wir authentisch und berechtigt, uns wirklich FREI zu nennen.

Jetzt mag das theoretisch ja super klingen, aber wenn wir nur Nachteile von etwas haben, warum sollen wir es dann machen? Wir sind doch nicht blöd!

Schauen wir uns daher einfach einmal an, welche Vorteile wir davon haben, wenn wir unsere Scheu und Angst ablegen und uns der Verantwortungen stellen, die uns Tag ein Tag aus begegnen. Einmal abgesehen davon, dass wir dabei einiges lernen können (siehe #ifwv „Scheitere und lerne!“)

Verantwortung übernehmen bringt Vorteile

Was auf den ersten Blick sicher komisch (wenn nicht gar unglaubwürdig) erscheinen mag, wird sich gleich auflösen. Denn wie wir gerade gesehen haben, holen wir uns nicht nur die Macht über unser Leben zurück, wenn wir zu unserer Verantwortung stehen, sondern profitieren noch dazu von einer großen Anzahl weiterer Vorteile. Und die schauen wir uns jetzt mal an.

Die Verantwortung für Dein Handel zu übernehmen bringt Dir unter anderem folgende Vorteile:

  • Kontrolliere Dein Leben
  • Fördere Deine Karriere
  • Lerne und entwickle Dich
  • Gewinne an Einfluss
  • Verlasse die Opfer-Rolle
  • Stärke Dein Selbstvertrauen
  • Werde aktiv(er)
  • Erhöhe Dein Wohlbefinden
  • Hinterlasse Eindruck
  • Trainiere Deinen Fokus
  • Steigere Deine Energie
  • Finde Lösungen
  • Entwickle mehr Verständnis
  • ….

Na, das ist ja eine ganze Menge! Dabei kratzt das vermutlich noch nicht einmal an der Oberfläche all der Möglichkeiten und positiven Auswirkungen, die es auf Dein Leben haben kann und wird, wenn Du damit beginnst, Dich mit diesem Thema auseinander zu setzen und in Folge dessen immer mehr Verantwortung übernimmst.

Da eine solche Aufzählung alleine zwar durchaus beeindruckend ist, uns aber letztlich nicht wirklich weiter bringt, wollen wir auf die obigen Punkte etwas genauer eingehen.

Übernimm das Steuer in Deinem Leben.

Wie Du ja gerade gelesen hast, hat immer derjenige die Macht, dem man auch die Schuld gibt, oder in anderen Worten, dem wir die Verantwortung zuschreiben. Das bringt uns in ein prekäre Situation, da wir nicht wirklich etwas sinnvolles tun können, wenn wir machtlos sind (wenn auch nur vermeintlich).

Behalte die Verantwortung bei Dir und Du erlangst (wieder) die volle Kontrolle über Dein eigenes Leben. Statt nur Spielball anderer zu sein, sitzt Du selbst am Steuer und übst selbst Macht über Dein Leben und die Umstände aus.

Ja, auch über die Umstände. Zwar kannst Du diese oft nicht wirklich beeinflussen und Du bist vielleicht auch nicht daran „schuld“, aber es obliegt Deiner Verantwortung, wie Du auf diese Umstände reagierst. Das ist das ganze Geheimnis. Niemand ist davor sicher, dass etwas passiert oder dass uns das Leben oder das Schicksal (oder wie auch immer wir es nennen wollen) dicke fette Knüppel zwischen die Beine wirft. Und auch, wenn wir die daraus resultierenden Situationen und Probleme mich verursacht (also verschuldet) haben, kommt es einzig darauf an, wie wir damit umgehen. Es ist also Deine Verantwortung, wie Du auf die Schattenseiten des Lebens beziehungsweise Schicksalsschläge reagierst.

Damit sollen solche Erfahrungen und Umstände natürlich keineswegs schön geredet werden. Auch will ich damit nicht andeuten, dass es alles gut ist und wir nur positiv denken müssen, damit sich alles in Wohlgefallen auflöst. Das wäre mindestens genauso kontraproduktiv, wie sich in Selbstmitleid zu suhlen und an der Welt zu verzweifeln. Natürlich ist mir klar, dass sich das 1.000 Mal leichter schreibt als wenn man selbst in solch einer Situation steckt, in der der Himmel über einem zusammen zu stürzen droht.

Aber glaube mir, ich habe auch solche Zeiten durch gemacht, einige darunter haben mich fast meine Existenz gekostet. Und ich wurde durch sie in eine schwere Depression geworfen, die ich sehr lange nicht überwinden konnte. Erst als ich diesen Zusammenhang erfahren und dann begriffen hatte, dass es alleine in meiner Verantwortung liegt, wie ich damit umgehe, konnte ich mich aus diesen „Fängen des Schicksals“ befreien und mich wieder nach oben arbeiten. Ich weiß also, wovon ich schreibe und erzähle Dir hier nicht nur bloße Theorien.

Jetzt aber wieder genug von mir – hier geht‘s ja schließlich um Dich und Deinen Weg in eine (noch) bessere Zukunft.

Nochmals zusammen gefasst: wenn Du lernst, die Verantwortung für Deine eigenen Handlungen und auch Deine Reaktionen auf die Umstände zu übernehmen, erhält Dein Leben eine ganz neue Qualität. Du erkennst, dass es ausschließlich an Dir und Deiner Einstellung liegt, ob Du Dich von anderen oder den Umständen nieder machen lässt oder ob Du an allen Gegebenheiten und Situationen wachsen kannst.

Karriere-Boost durch Verantwortung

Wenn Du Angst vor der Verantwortung hast, führt das automatisch dazu, dass Du weniger Gelegenheiten hast, Dein Können unter Beweis zu stellen oder es zu mehren, indem Du etwas dazu lernst. Wenn Du jedes Mal, wenn Aufgaben verteilt werden oder „Freiwillige“ gesucht werden, den Kopf einziehst und möglichst unter dem Radar bleibst, werden immer andere diese Aufgaben erledigen und in Folge dessen auch die Lorbeeren dafür einstecken. Scheust Du Dich also vor der Verantwortung, beraubst Du Dich einerseits der Möglichkeit, etwas Neues dazu zu lernen und andererseits der Gelegenheiten, zu zeigen, was Du kannst. Beides ist nicht gerade förderlich für Deine Karriere.

Legst Du also die Angst vor der Verantwortung (beziehungsweise dem Scheitern) ab, wirst Du mehr Arbeiten und Aufträge annehmen. Und schon bald wirst Du feststellen, dass Du viel seltener scheiterst beziehungsweise die gestellten Aufgaben nicht erfüllen kannst, als Du zunächst glaubst. Dadurch traust Du Dir immer mehr zu und entwickelst Dich weiter.

Die einzige Möglichkeit zu wachsen ist, Herausforderungen anzugehen. Wir können nur etwas dazu lernen und uns weiterentwickeln, wenn wir Dinge tun, die wir noch nicht gemacht haben oder noch nicht gut können. Also wächst Du an jeder neuen Aufgabe, vor der Du zunächst Angst hast (und Dich bisher davor gedrückt hast, um für ein eventuelles Scheitern nicht verantwortlich gemacht werden zu können).

Wie Dir das nun in Deiner Karriere behilflich sein soll? Na ganz einfach: Deine Kollegen, Vorgesetzten und Chefs bekommen das natürlich mit! Sobald Du damit auffällst, dass Du keine Angst vor neuen Aufgaben oder Herausforderungen hast, wird das über kurz oder lang registriert. Auch wenn diese Herausforderungen zunächst noch zu groß für Dich sind. Wenn Du Dich ihnen trotzdem stellst, macht das erst recht Eindruck.

Je mehr Du diese Qualität zeigst und Dich nicht davor drückst, auch für ein Scheitern die Verantwortung zu übernehmen, desto wertvoller wirst Du für (D)ein Unternehmen. Mit der Zeit erhältst Du mehr und anspruchsvollere oder wichtigere Aufgaben und Projekte übertragen. Du wirst öfter in Entscheidungsprozesse mit einbezogen, selbst dann, wenn die vielleicht gar nicht in Deine „Gehaltsklasse“ gehören.

Durch Deine selbstbewusste Art und indem Du zeigst (und lebst), dass Du Herausforderungen tatkräftig in Angriff nimmst und dabei keine Angst davor hast, Fehler zu machen, machst Du auf Dich aufmerksam und fällst damit positiv auf. Man weiß, dass man sich auf Dich verlassen kann und dass Du „Deinen Mann stehst“, wie man so schön sagt.

All das zusammen genommen kann nur förderlich für Deine Karriere sein. Nutze also die große Chance, Dich weiterzuentwickeln, dazuzulernen und die Chefitäten auf Dich aufmerksam zu machen – irgendwann wirst Du dafür Deine Belohnung einfahren können.

Erfahrung und Entwicklung

Diese Tatsache haben wir ja gerade eben schon angeschnitten. Wenn Du Dich nicht mehr davor ängstigst, die Verantwortung für Deine Entscheidungen und Handlungen zu übernehmen, baut das Deine Blockaden vor dem Neuen und Fremden massiv ab. Du machst dann einfach mehr und erlebst in logischer Konsequenz auch wesentlich mehr Erfolge, als wenn Du Dich immer nur drückst. Statt Dich also auf Dein Glück zu verlassen, steigerst Du einfach die Anzahl Deiner Aktivitäten, wodurch sich in letzter Konsequenz auch Deine Erfahrungen und Deine Erfolge vermehren.

Und ja, Du wirst logischerweise auch mehr falsch machen oder öfter auf die Nase fallen, als wenn du „nichts“ tust. Aber wie Du mittlerweile ja schon mitbekommen haben dürftest, ist das die beste Art, etwas zu lernen. Das haben wir in der #ifwv „Scheitere und lerne!“ ja schon besprochen.

Mehr Einfluss durch Verantwortung

Wie gerade beschrieben, wird es sich im Job positive für Dich auswirken, wenn Du Dich nicht vor Aufgaben und Herausforderungen versteckst, weil Du Angst vor der Verantwortung hast. Das gilt aber natürlich nicht nur im Berufsleben sondern auch überall sonst.

Wenn Du tatkräftig und agil auftrittst, wirst Du dadurch auf Dauer vermehrt als „Macher“ wahrgenommen, der im Zweifelsfall keine faulen Ausreden vom Stapel lässt, sondern einfach dazu steht, wenn etwas schief gegangen ist. Das macht Eindruck – natürlich auch außerhalb der Karriere.

Durch diese höhere Präsenz im Bewusstsein der anderen haben Deine Worte und Taten auch eine ganz andere Gewichtung. Dadurch, dass Du vermehrt und vor allem positiv wahrgenommen wirst und man sich auf Dich verlassen kann, wird ganz von alleine Dein Einfluss auf viele Dinge rund um Dich wachsen. Man wird Dich um Deine Meinung fragen und das, was Du sagst, erst nehmen.

So kannst Du mit der Zeit natürlich auch immer mehr dazu beitragen, unsere schöne Welt Schritt für Schritt besser zu machen. Denn je mehr Du in Entscheidungen eingebunden wirst und Einfluss ausüben kannst, desto mehr Möglichkeiten stehen Dir offen, wirkliche etwas zu verändern. Nutze sie!

Nie mehr Opfer sein

Wenn wir nun schon einiges über dieses Thema wissen, dann dürfte Dich das jetzt nicht sonderlich überraschen. Dass Du nämlich zum Macher wirst und nicht (mehr) Opfer bist, wenn Du Dich nicht (mehr) vor der Verantwortungen drückst.

Mit zum Schlimmsten, das uns passieren kann, gehört sicherlich, ein fremdbestimmtes und unfreies Leben ertragen zu müssen. Wenn Du aber vor Deiner Verantwortung wegläufst, bist Du stets ein Opfer der Anderen oder der Umstände. Und dass Du als Opfer keine guten Karten hast, weißt Du ja sicher schon.

Also, Kopf aus dem Sand und die Verantwortung für Dein Tun und Dein Leben übernehmen. Dich für Deine Erfolge feiern lassen und zu Deinen Fehlern stehen – mit erhobenem Kopf. Damit lässt Du die Opfer-Rolle für immer hinter Dir und Dein Leben erhält eine gänzlich neue Qualität.

Selbstvertrauen durch Verantwortung

Auch auf Dein Selbstvertrauen und Dein Selbstwertgefühl wird es sich über kurz oder lang auswirken, wenn Du anders mit dem Thema Verantwortung umgehst als bisher. Zwischen den Zeilen hast Du das ja schon aus den bisherigen Aussagen und Beschreibungen heraus gelesen. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, da diese Dinge ja ineinander übergehen und sich gegenseitig fördern und stützen. So natürlich auch beim Thema Selbstvertrauen.

Wenn Du Dich in Zukunft weniger oft vor Aufgaben oder Herausforderungen drückst, weil Du keine (so große) Angst mehr davor hast, die Verantwortung für Deine Handlungen zu übernehmen, dann werden Dir zwei zentrale Dinge auffallen.

Erstens kannst Du viel mehr, als Du Dir im Moment vielleicht noch zutraust. Und Dir wird viel seltener etwas misslingen, als Du glaubst. Du wirst erleben, dass Du Sachen kannst, die Du heute nicht für möglich hältst. Einfach nur dadurch, dass Du mutiger wirst und auch Dinge angehst, wo die Chancen auf Erfolg nicht so gut stehen. Da Du aber gelernt hast, dass auch Fehler ihre guten Seiten und Vorteile haben, gehst Du einfach mehr an und hast damit logischerweise auch mehr Erfolge.

Zweitens wirst Du feststellen, dass die Folgen, wenn doch einmal etwas schief geht oder Du einen Fehler machst, bei weitem nicht so schlimm sind, wie Du befürchtest. Natürlich wird es das eine oder andere Mal ordentlich was auf‘s Dach geben, aber nicht so oft und auch nicht so heftig, wie Du normalerweise befürchtest. Und selbst in diesen Fällen kann Dir das von Nutzen sein; wenn Du nämlich aufrecht und erhobenen Hauptes da stehst und die Schelte über Dich ergehen lässt, wirst Du Dein Gegenüber erst recht beeindrucken. Wenn Du dazu stehst, Dich gegebenenfalls entschuldigst und die Verantwortung dafür übernimmst (statt es so zu machen wie die meisten anderen; Dich herum winden, stammeln, die Schuld von Dir weisen oder gar andere zu beschuldigen), beeindruckt das mehr, als Du Dir vorstellen kannst. Du stehst zu Deinen Handlungen also auch zu Deinen Fehlern – DAS bleibt bei den anderen haften.

Um es also auf einen Nenner zu bringen: das Übernehmen von Verantwortung für Deine Entscheidungen und Handlungen, bringt Dir nicht nur den Respekt und das Ansehen der anderen, sondern vor allem auch von Dir selbst ein. Was dann landläufig als Selbstvertrauen oder Selbstachtung bezeichnet wird.

Tu Dir also selbst einen Gefallen und steigere Dein Selbstvertrauen, indem Du nach und nach lernst, die Verantwortung für Dich und Dein Leben selbst zu übernehmen. Es wird sich garantiert für Dich lohnen.

Werde aktiver und lebendiger

Aus dem bisher Gesagten geht dieser Punkt als logische Konsequenz ja eigentlich schon hervor. Wenn Du Dich Deiner Verantwortung stellst und in Folge dessen auch weniger Hemmungen hast, eine Aufgabe anzupacken, tust Du automatisch mehr. Du wirst aktiver und bringst mehr weiter. Du wirst beweglicher und sammelst ungleich mehr Erfahrungen, als wenn Du nur untätig herum sitzt. Und je aktiver Du bist, desto lebendiger fühlst Du Dich in der Regel auch.

Demnach wirkt es sich also auf lange Sicht durchaus positiv auf Deine Lebendigkeit aus, wenn Du keine Angst mehr von der Verantwortung hast und Dich ihr stellst.

Mehr Wohlbefinden erlangen

Je mehr Du dazu übergehst, die volle Verantwortung für Deine Worte und Taten zu übernehmen, desto unabhängiger wirst Du von von anderen. Du bist viel freier und ungebundener bei Deinen Handlungen und schaffst Dir damit nach und nach Deine eigene Welt.

Neben dem gesteigerten Selbstbewusstsein, den vermehrten Möglichkeiten zur Einflussnahme und allen anderen bisher angesprochenen positiven Effekte auf Dich und Dein Unterbewusstsein, wird Dir diese Unabhängigkeit noch mehr dazu verhelfen, Dich wohl in Deiner Haut zu fühlen. Dir wird es schlicht und ergreifend besser gehen.

Mache so richtig Eindruck

Durch Dein mit der Zeit zunehmend selbstsicheres und bestimmtes Auftreten und Deinem (bald neuen?) Ruf eines verlässlichen und verantwortungsvollen Typen, hinterlässt Du natürlich auch einen ganz anderen Eindruck bei Deinem Gegenüber. Du wirst von den Menschen in Deiner Umgebung anders wahrgenommen und erlangst dadurch wiederum Zugang zu ganz anderen Kreisen, die Du ansonsten vielleicht maximal von außen bestaunen konntest.

Verantwortung für sich und seine Taten zu übernehmen macht einfach Eindruck!

Fokussieren will gelernt sein

Wenn Du damit beginnst, die Verantwortung für Dich und Dein Leben zu übernehmen, dann passiert etwas interessantes mit Deinem „inneren Scheinwerfer“. Statt Dich nämlich darauf zu konzentrieren, möglichst aus der Schusslinie zu kommen und den Fehler bei den anderen auszumachen (wie wir es gemeinhin zu tun pflegen), richtest Du Deinen inneren Blick wo anders hin. Nämlich auf Dich selbst und Dein Verhalten beziehungsweise Deine Entscheidungen.

Das ist anfangs natürlich weniger berauschend und gefällt nur den aller wenigsten von uns. Verzweifle also nicht darüber, dass Du beim Gedanken daran eher reservierte Gefühle hast. Das ist ganz normal und so geht es allen anderen auch. Zumindest am Anfang, wenn man sich an die neue Ausrichtung dieser Dinge noch nicht gewöhnt hat.

Sobald Du aber diese Schritte setzt, also die Verantwortung übernimmst, zwingt Dich das, hin zu schauen und Deine Fehler oder Misserfolge wahr zu nehmen. Du siehst sie also, statt sie (wie wir es sonst so machen) möglichst tot zu schweigen oder zu versuchen, sie zu bagatellisieren. Und dadurch, dass Du hin siehst, schaffst Du überhaupt erst die Grundlage dafür, die selben Fehler in Zukunft zu vermeiden – also daraus zu lernen!

Du siehst, wenn Du zu Deiner Verantwortung stehst und Dich nicht davor drückst, schult das auch Deinen Fokus und hilft Dir letztlich dabei, Fehler aufzuspüren und zu beheben. Und das in einem wesentlich schnelleren Tempo, als Du das könntest, wenn Du Dich so verhältst wie der größte Teil der Menschheit.

Ein riesiges Plus an Energie

Das soeben Angesprochene führt dann auch dazu, dass Du mehr Energie und Antrieb bekommen wirst, da Du Dich nun nicht mehr verstecken beziehungsweise „unten halten“ brauchst. Du hast ja keine Angst mehr davor, etwas falsch zu machen.

Einerseits, weil Du weißt, dass Du viel mehr kannst also Du je für möglich gehalten hättest. Und andererseits, weil Du auch gelernt hast, dass die „Watsch‘n“, die man bekommt, falls doch einmal etwas schief geht, bei weitem nicht so schlimm sind, wie wir immer befürchten.

Und das gibt einem enormen Antrieb. Deine Kollegen, Freude und Bekannte werden sich nur noch am Kopf kratzen und sich wundern, was in Dich gefahren ist. Weshalb Du immer aktiver, selbstbewusster und zielstrebiger wirst.

Der Weg zu Lösungen

Die zwei letzten positiven Aspekte beziehungsweise Folgen eines verantwortlichen Handelns führen zu einer weiteren wunderbaren Kompetenz, die Dir in vielen Bereichen nur zum Vorteil gereichen kann. Du wirst mit der Zeit immer lösungsorientierter.

Weil Du nun Deinen Fokus geändert hast und keine Zeit mehr mit der Suche nach einem Schuldigen vergeuden musst, sparst Du einerseits sehr viel Zeit und Energie und richtest Dich andererseits automatisch auch auf die Lösung aus. Statt also auf Probleme (und die Schuldigen) zu fokussieren, konzentrierst Du Dich vermehrt auf Lösungen – und dass das nur positiv sein kann, sollte wohl einleuchtend sein.

Verständnis bringt Dich weiter

Neben all den angesprochenen positiven Effekten für Dich selbst, schafft Dir eine entsprechende Haltung zur Verantwortung noch einen weitere Bonus: Du wirst mehr Verständnis für andere entwickelt.

Warum ist das so? Dadurch, dass Du Dir nun selbst erlaubst, Fehler zu machen (beziehungsweise sie zu riskieren), hast Du schlicht einen ganz anderen Zugang dazu. So wirst Du bei den Fehlern anderer weniger überheblich oder belehrend sein und Dich mit Deiner Kritik zurück halten.

Auf der einen Seite deshalb, weil Du selbst derjenige sein könntest, der beim nächsten Mal eine Abreibung bekommt (und dann ist es sicher von Vorteil, wenn Du zuvor nicht groß ausgeteilt hast). Auf der anderen Seite deshalb, weil Du nun das enorme Potential kennst, das Fehler und Misserfolge in sich bergen. Was Dich eben verständnisvoller machen wird und Du dadurch an Ansehen und Anerkennung gewinnen wirst.


Alles in allem siehst Du also, dass es Dir enorme Vorteile bringen kann, wenn Du damit beginnst, die Verantwortung für Deine Entscheidungen, Aussagen und Handlungen zu übernehmen. Auch, wenn es anfangs ungewohnt sein dürfte und sich irgendwie „falsch“ anfühlt, den Kopf hinzuhalten während andere sich nur verkriechen. Aber nach und nach wird sich das auszahlen – für Dich und auch Dein Umfeld.

Tipps & Tricks

Bevor wir uns der nächsten #ifwv zuwenden, hier noch der eine oder andere Tipp, wie Du es Dir leichter machen kannst, Deinem Leben mit Verantwortung eine neue Richtung zu geben.

Blockaden finden und ausmerzen

Wenn Du Bedenken hast, etwas Neues anzugehen beziehungsweise Dich Herausforderungen zu stellen, liegt das meinst an inneren Ängsten, wie wir sie ganz am Anfang besprochen haben. Du befürchtest, dass Du nicht gut genug sein könntest oder dass Du zu wenig Wissen oder Fertigkeiten hast. Und aus Angst zu scheitern, beginnst Du erst gar nicht. Das haben wir ja schon ausführlich besprochen.

Du kannst das aber genauso gut zu Deinem Vorteil nutzen. Mache Dich in Deinem Inneren bewusst auf die Suche nach diesen Blockaden. Spüre sie auf und versuche zu eruieren, was genau Dich bremst, wovor genau Du Angst hast. Erst wenn Du Deine Blockaden siehst und benennen kannst, kannst Du sie lösen oder ihnen zumindest etwas entgegen setzen.

Und in den aller meisten Fällen wirst Du ohnehin feststellen, dass das, wovor Du Angst hast, nur deshalb so bedrohlich wirkt, weil es sich im Schatten versteckt und dadurch besonders unheimlich wirkt. Sobald Du es aber ans „Tageslicht“ Deines bewussten Verstandes zerrst, wird es ganz schnell ziemlich klein und mickrig.

Dazu passend gleich weiter zum nächsten Tipp…

Der schlimmste Fall

Stehst Du vor einer neuen Herausforderung und hast Angst (oder zumindest gehörigen Respekt) davor, dann hilft es oft sehr, sich den letzten Tipp anzusehen und sich von diesen Blockaden dann die „Schlimmste“ auszusuchen. Diese Katastrophe stellst Du Dir dann in möglichst realistischen Bildern vor.

Du denkst darüber nach, was alles passieren kann, wenn Du einen solch monströse „Bock abschießt“. Du malst Dir aus, was Deine Kollegen und Vorgesetzten, Deine Familie und Freunde, Deine Bekannten und Nachbarn sagen und denken werden. Wie sich das alles auf Deine Karriere, Dein soziales Umfeld oder gar Dein Liebesleben auswirken wird. Und dann wird etwas interessantes passieren.

Je mehr Du nämlich darüber nachdenkst, desto offensichtlicher wird, dass das alles nicht einmal den kleinsten Bruchteil jener Auswirkungen haben wird, die einem so durchs von Angst umnebelte Hirn wehen. Je mehr Du Dich in solchen Überlegungen übst, desto schneller und klarer wird Dir, dass die vermeintlichen Folgen eines eventuellen Scheiterns nicht einmal wert sind, sich damit näher auseinander zusetzen. Und erst recht, wenn Du es damit vergleichst, welchen Nutzen Du haben wirst, wenn Du eben NICHT scheiterst!

Sei ein Macher

Zum weiter oben angesprochen Thema „Opfer“: wir haben gesehen, dass es nicht nur nichts bringt sondern uns sogar extrem behindert, wenn wir in die Opfer-Rolle geraten. Erkenne, dass Du keinerlei Vorteile davon hast, wenn Du Dich Selbstmitleid hingibst, es Dir also überhaupt nichts bringt. Also, auch wenn Du für einen Fehler oder Misserfolg eine Abreibung bekommst und hin und wieder auf die Nase fällst oder Dich andere auslachen:

Nichts ist so schlimm, wie sich selbst zu lähmen und vor lauter Angst davor erst gar nicht ins TUN zu kommen!

Selbstmitleid zieht Dich enorm hinunter, es demotiviert Dich extrem und beeinträchtigt Deine Leistung auf vielfache Weise. Daneben macht jammern und die (oft damit einhergehende) Suche nach einem Schuldigen einen äußerst schlechten Eindruck nach Außen (was spätestens bei der Karriere seine Konsequenzen haben wird). Ein Macher leidet nicht unter Selbstmitleid – er feiert lieber seine Erfolge!

Spielwiese ohne Risiko

Um Dein „neues Ich“ zu entwickeln und „groß zu ziehen“, könntest Du Dich einem Ehrenamt verschreiben. Das befriedigt nicht nur Deinen inneren Drang, etwas zu geben und anderen zu helfen (siehe dazu auch die #ifwv „Gib fünf!“) sondern gibt Dir auch die wunderbare Gelegenheit, Deine neuen Kompetenzen zu entwickeln und zu üben.

Indem Du Dich einem Verein anschließt, kannst Du dort (anfangs kleine und mit der Zeit immer größere) Aufgaben annehmen und daran wachsen. Hier kannst Du vollkommen risikofrei wachsen und Dich weiterentwickeln. Einerseits haben Fehler hier keine Auswirkung auf Deine Familie oder Deine Karriere. Dadurch setzt Du Dich weder einem emotionalen (Familie) noch einem finanziellen (Karriere) Risiko aus. Andererseits wirst Du für Deine Leistungen hier nicht bezahlt, es wird Dir also auch keiner gleich die Ohren abreißen, wenn mal etwas schief geht. Gleichzeitig wird die Anerkennung und das Lob für Deine guten Leistungen in der Regel höher und intensiver ausfallen, als im Job oder dem „üblichen“ Umfeld. Immerhin wirst Du im Job dafür bezahlt, dass Du ihn auch ausfüllst – dafür muss Dich der Chef nicht auch noch loben. Und dass Du Deinen Kindern ein ordentliches Vorbild bist und sie gut erziehst, sollte ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein und nicht von Lob und Anerkennung abhängig gemacht werden. Was natürlich nicht bedeutet, dass es schädlich wäre! 🙂

Aber Vorsicht: das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass Du Dir keine Mühe geben sollst und rücksichtslos alles vergeigst, was nur möglich ist! Gerade gemeinnützige Organisationen tut sich oft schwer, motivierte UND kompetente Leute zu finden, die mehr erreichen als sie auf dem Weg dorthin verbocken. Und wenn Du in einem solchen Verein mit hilfst, dann ist es auch Deine (moralische) Pflicht, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln – auch wenn im Falle eines Misserfolges oder Fehlers nicht Dein Job oder Deine Partnerschaft am Spiel steht.

Das abschließende Beispiel

Das war ja nun eine ganze Menge Text und wird wohl etwas dauern, bis Dein Gehirn das alles verdaut hat. Um ihm dabei zu helfen, hier noch eine kleine „Geschichte“ die recht schön den Unterschied zwischen „Verantwortung übernehmen“ und „Schuldigen suchen“ verdeutlicht:

Nehmen wir an, Du hast ein ganz wichtiges Vorstellungsgespräch in einer anderen Stadt, zu dem Du mit der bahn anreisen wirst. Nun hast Du Dich (hoffentlich) ordentlich auf diesen Termin vorbereitet. Deine Unterlagen sind fein säuberlich in Deiner Tasche, selbstverständlich eine digitale Kopie derselben auf einem USB-Stick in Deiner Hosentasche, Dein Hemd ist gebügelt und Deine Schuhe geputzt, ….

Du machst Dich auf den Weg und es passiert, was passieren muss: die Straßenbahn wird aufgehalten und der Zug fährt Dir vor der Nase davon! Und natürlich heute! Nicht am Weg zur Bowlingbahn oder zu Freunden, die die kleine Verspätung leicht verkraften werden. Nein! Genau jetzt! Wem ist das noch nie passiert?

Fazit: der nächste Zug geht erst in einer Stunde, Dein Termin geht sich nicht mehr aus – Du musst dort anrufen und mitteilen, dass Du Dich verspäten wirst. Und hier hast Du nun zwei Möglichkeiten, wie Du mit dieser Situation umgehen kannst. Schauen wir uns zunächst kurz an, wie „Otto Normalkonsument“ in so einer Situation tendenziell reagieren würde:

Otto und all die Trottel

Otto sieht hier keinerlei Schuld bei sich. Immerhin lag es nicht an ihm, dass die alte Oma die Straßenbahn blockiert hat oder dass sonst irgendetwas außerhalb seiner Einflussnahme passiert ist. Woher sollte er denn wissen, dass so etwas gerade heute passieren wird?

Otto ruft also dort an und teilt der Sekretärin mit, dass er sich verspäten wird. Da er naturgemäß ziemlich sauer ist und ihm das Ganze sehr wohl peinlich ist, wird er sich auch entsprechend anhören und nicht gerade den besten Ton am Telefon wählen.

Nun sitzt Otto hier und wartet, dann steigt er in den nächsten Zug ein und geht vom Ziel-Bahnhof dann zu seinem Bewerbungsgespräch. Und was macht er die ganze Zeit über (bewusst oder unbewusst)? Er ärgert sich, schimpft auf alles Mögliche und steigert sich so richtig in seine Opfer-Rolle hinein. Er ist, sozusagen, auf 180.

Spät aber doch kommt Otto endlich bei seinem Bewerbungsgespräch an und wird von einem nicht ganz so entspannten Mitarbeiter empfangen. Und was macht Otto wohl als erstes? Genau, er ent-schuldigt(!) sich (mehr oder weniger wortreich) und wird nach allen Regeln der Kunst versuchen, als unschuldig dazustehen. Immerhin kann er doch nichts dafür, dass dieses oder jenes passiert ist. Noch dazu hatte er ja jetzt jede Menge Zeit, sich so richtig in seine Wut und seinen Frust hinein zu steigern. Und das bekommt sein Gegenüber ja mit jedem Wort und jeder Geste mit.

Wie auch immer das Gespräch nun weiter gehen mag, wir verabschieden uns hier und schauen und an, wie Du an Ottos Stelle reagieren würdest.

Du und die Verantwortung

Spätestens jetzt, wo Du all das hier gelesen und verstanden hast, wirst Du natürlich ganz anders agieren als unser lieber Otto. Mal ganz davon abgesehen davon, dass ein so verantwortungsbewusster Mensch wie Du vor so einem wichtigen Termin ohnehin einen Zug früher nimmst!

Du stehst nun also keuchend am Bahnsteig und schaust dumm aus der Wäsche, während „Dein“ Zug vor Dir immer kleiner wird. Wie Otto bist Du verärgert und möchtest am liebsten aus der Haut fahren. Anders als Otto aber gibst Du Dich diesen Gefühlen nicht hemmungslos hin und fluchst und schimpfst auf all die Anderen, die daran schuld sind, dass Du nun hier stehst. Denn nachdem Du gelernt hast, dass nur Du für Dich und Dein Leben verantwortlich bist, weißt Du auch, dass es in Deiner Verantwortung gelegen hätte, 10 Minuten früher von zuhause weg zu fahren, oder sowieso einen früheren Zug zu nehmen, damit Du vor Ort noch einen Puffer hast.

Wie auch immer, Du übernimmst die Verantwortung für dieses Missgeschick und atmest ein paar Mal tief durch, um wieder „runter“ zu kommen. Dann rufst Du schnell bei Deinem Termin an und drückst Dein Bedauern über die Unannehmlichkeiten aus und fragst höflich, ob der Termin verschoben werden kann. Anders als bei Otto wird sich Deine Stimme bei diesem Gespräch wesentlich ruhiger und gefasster anhören. Ganz einfach deshalb, weil Du Dir selbst die Schuld dafür gibst, und mit sich selbst geht man gewöhnlich nicht so hart ins Gericht wie mit Fremden.

Während Du auf den Zug wartest und dann bei der Fahrt verhältst Du Dich ebenfalls ganz anders als Otto. Währen der die ganze Zeit frustriert und verärgert aus dem Fenster gestarrt hat und „den Schuldigen“ alles Möglich an den Hals gewünscht hat, denkst Du darüber nach, wie Du Deinen Fehler beim folgenden Gespräch so formulieren kannst, dass Du nicht ganz so blöd da stehst. Du kannst Deine (hoffentlich eingeübte) Präsentation beziehungsweise Bewerbung vielleicht ein wenig anpassen und sie mit Deiner Verspätung verknüpfen. Vielleicht fällt Dir (oder der Suchmaschine Deines Vertrauens) ein passendes Zitat dazu ein oder Du kannst Deinem Gegenüber mit einem gelungenen Vergleich ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern.

Egal was Du konkret tust, Du nutzt die Zeit jedenfalls konstruktiv. Das ist nicht nur zielführender und wird Dir bei Deinem Termin nutzen, sondern ist ganz sicher auch gesünder, als Ottos Variante. Und wer weiß, vielleicht gehst Du so gut mit Deinem Fehler um, dass Du damit bei Deinem zukünftigen Chef erst recht positiv auffällst.

Kommst Du dort nämlich an und trittst Deinem Termin erhobenen Hauptes, geradem Rücken und einem (durchaus entschuldigenden aber dennoch offenen) Lächeln entgegen, schindet das Eindruck. Und zwar mächtig! Statt einem Opfer (wie bei Otto) sieht Dein Gegenüber einen Macher vor sich stehen. Einen Typen, der zwar einen Fehler gemacht hat, der aber dazu steht und sich seiner Verantwortung bewusst ist. Ein Typ, der sich nicht darüber auslässt, was alles außerhalb seiner Kontrolle oder seines Einflusses passiert ist. Ein Gewinner, der zu seiner Verantwortung steht und sein Missgeschick nicht herunterspielen oder anderen in die Schuhe.

Wer hat wohl bessere Chancen, den Job zu bekommen? Wer wird in dieser Firma wohl schneller „jemand“ sein beziehungsweise werden? Otto oder Du?

Die Moral von der Geschicht‘

Diese (zugegebenermaßen ein ganz klein wenig überspitzt dargestellte) Geschichte soll einfach nur eines zum Ausdruck bringen. Dass wir zwar natürlich nicht an allem Schuld oder dafür verantwortlich sind, was rund um uns passiert. Sehr wohl aber sind wir verantwortlich dafür, wie wir darauf reagieren! Denn diese Reaktion auf die „Umstände“ hat enormen Einfluss auf unser Leben. Sowohl direkt (also auf unsere Gefühle und darauf, wie es uns geht) als auch indirekt (wie wir also von anderen wahrgenommen werden und wie diese uns dann behandeln).

Verantwortung zu übernehmen steht meist nicht hoch im Kurs. Der Grund dafür ist in den meisten Fällen Angst (vor dem Scheitern, der Kritik anderer, usw.). Stellt man sich aber seiner Verantwortung und steht zu seinen Fehlern und Misserfolgen, kann man auch seine Erfolge und Leistungen mehr genießen und empfindet tiefere Freude und Stolz für seine Leistung. Ganz nebenbei wirkt es sich in der Regeln mehr als positiv auf die Karriere und das soziale Zusammenleben aus. Fazit: wenn Du lernst, die Verantwortung für Dein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, wirst Du enorme Vorteile davon haben und auch andere positiv beeinflussen. Womit dann wieder allen (und letztlich der ganzen Welt) gedient ist.
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Danke, dass Du wieder mit dabei warst! 🙂
Denk‘ immer daran:

Nur WIR können die Welt verändern!

Dein Viosimo

#ifwv | #meTium | #Viosimo

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